Das Landhaus

Wie der Begriff selbst bereits verrät, werden Landhäuser in ländlichen Gegenden, am Standtrand oder in Parknähe errichtet. Der typisch robuste Wohnhausbau kommt nur in solcher Umgebung wirklich zur Geltung und entfaltet seinen ganz spezifischen Reiz.
Als Landhäuser wurden früher insbesondere diejenigen Bauten bezeichnet, die zweckmäßig auf Bauernhöfen, möglichst mit der angrenzenden Scheune oder einer Stallung vereint und groß genug gebaut wurden, um mehreren Generationen einer Bauernfamilie ausreichenden Wohnraum bieten zu können. Es gab also sehr viele Mehrfamilienhäuser.

Anzutreffen waren variable Bauweisen, wie z. B. der gesamte Bau als Fachwerk oder Massivbau. Kombinationen der Bauweisen, die dazu um die Blockbauweise erweitert wurden, stellten sich oft als geeignete Lösung heraus, wenn es galt, den Bau zu erweitern.
Heute werden Landhäuser fast ausschließlich als Ein- oder, bereits seltener, als Zweifamilienhäuser konstruiert und die Bauweise beschränkt sich, bis auf Ausnahmen, auf den Massivbau. Die Kombination mit Wirtschaftsgebäuden kommt ebenfalls kaum noch vor, denn an diesem zeitlosen Baustil finden auch Bauherren Gefallen, die weder Landwirtschaft noch Viehzucht betreiben. Besonders beliebt ist die Errichtung von Ferienhäusern im Landhausstil.

Landhäuser erscheinen sehr geradlinig und von großartigen Verzierungen an Fassaden oder Eingängen wird abgesehen. Auf Außenputz wird, abhängig vom Mauerwerk, möglichst verzichtet. Macht sich dieser doch erforderlich, muss die Auswahl gut erwogen werden, um einen Stilbruch zu vermeiden. Dekorativ hingegen sind Geländer, Balkon- und Terrassenbegrenzungen, Zäune und ähnliches Beiwerk aus massivem Holz, welches gröbere Verzierungen aufweist und somit die schlichte Schönheit des Baus unterstreicht. Zur Anwendung kommen beim Bau eines Landhauses, zumindest soweit diese sichtbar sind, fast ausschließlich natürliche Materialien.

Auch die Gestaltung der Außenanlagen, wie Eingangsbereich und Vorgarten sollten auf den Landhausstil abgestimmt sein, um das Gesamtbild nicht zu verzerren.

Eine endgültige Abrundung und Stiltreue schafft die Gestaltung des Hausinneren einschließlich der Einrichtung. Hier geben z. B. sichtbare oder direkt als Raumteiler eingebrachte Stützbalken, ein rustikaler Kamin oder ein Kachelofen den Eindruck eines dem tatsächlichen Ursprung angenäherten Baus wider. Die Einrichtung selbst muss nicht zwingend im Bauernstil erfolgen, sollte aber dennoch nicht zu elegant und zierlich sein. Auch beim Mobilar lassen sich geeignete Stücke finden, die robust und dennoch edel sind. Ins Detail abgestimmt, bewirkt die Wohnraumgestaltung eine ganz besondere Atmosphäre und kann durchaus den Charakter einer Villa annehmen.

Wie bereits erwähnt, ist die gekonnte Abstimmung der gesamten Gruundstücksanlage praktisch das Salz in der Suppe. Ob so ein Landhaus nun auch äußerlich völlig schlicht gehalten wird oder eventuell durch die Verarbeitung edler Hölzer einen fast luxuriösen Anstrich bekommt, wird es doch erst durch das gekonnte Schaffen des Gesamtbildes seinen wirklichen Charme entfalten.