Das Passivhaus

Ein Passivhaus könnte auch als Energiesparhaus bezeichnet werden. Aufgrund der besonderen Bauweise bedarf es nämlich nur eines geringen Energieaufwandes durch herkömmliche Heizsysteme zur Erwärmung der Raumluft. Beinahe der komplette Energiebedarf wird durch Abwärme gedeckt. Diese entsteht zum Beispiel durch Personen oder auch betriebene elektrische Geräte.

Der Wohnkomfort ist bei einem Passivhaus besonders hoch, da es kaum Temperaturschwankungen gibt. Es wurde nachgewiesen, dass ein Passivhaus gerade einmal ein halbes Grad Celsius an Wärme verliert, wenn keinerlei Wärme zugeführt wird, und das sogar an einem Tag im Winter ohne Sonneneinstrahlung. Der niedrige Wärmeverlust kommt durch die gute Dämmung zustande.

Dach, Keller (sofern er in der Wärmehülle mit enthalten sein soll) und Fundament werden besonders gut gedämmt. Die Fenster sind Spezialanfertigungen, die dreifach verglast werden. So erhält man im kompletten Haus eine Temperatur, auch die Wände und Fußböden sind warm. Allerdings ist die gleichbleibende Wärme mit einer so genannten Zwangslüftung, bei der Wärme aus der Abluft gewonnen wird, verbunden. Dabei erwärmt die ausströmende Raumluft die hinzugeführte kalte Luft, so dass zwar Sauerstoff ins Haus gelangt, die frische Luft jedoch gleich wieder annähernd die Temperatur hat, die im Haus bereits herrscht.

So wird ein Auskühlen der Räume, wie es bei normalem Lüften oft der Fall ist, vermieden.
Es wird aber immer eine Heizanlage im Haus installiert, die in der Regel aber eher selten in Betrieb genommen wird. Dies kann eine normale Öl- oder Gasheizung sein. Es ist aber auch möglich, die Heizung mit erneuerbaren Energien zu betreiben.

Ein Nachteil des Passivhauses kann es aber sein, wenn der Dachboden und der Keller ebenfalls so warm sind, wie das restliche Gebäude. So fällt der Keller dann zum Beispiel als Ort für die Vorratslagerung weg.

Bedingt durch die Bauweise sind Passivhäuser beim Bau bis zu einem Drittel teurer als anderen Wohnhäuser. Diese Mehrkosten entstehen durch die spezielle Wärmedämmung, die am Haus angebracht werden muss. Schon allein die Fenster sind um einiges kostenintensiver. Außerdem fallen oft noch zusätzliche Kosten für einzelne Detaillösungen an. Wer zum Beispiel eine Katzenklappe an der Haustür anbringen lassen will, muss dafür eine Lösung finden, damit das Haus dennoch den Ansprüchen eines Passivhauses gerecht wird. Doch die Mehrausgaben rentieren sich in relativ kurzer Zeit durch die fehlenden Kosten für Heizenergie. Außerdem werden von verschiedenen Banken, unter anderem der Kfw-Bank, spezielle Kredite für Passivhäuser angeboten. Diese sind beispielsweise zinsgünstiger oder in der Tilgung flexibler angelegt.

Nicht nur beim Neubau kann die Passivhausbauweise angewendet werden. Wer modernisiert oder umbaut, kann alte Gebäude ebenfalls auf diese Bauart umrüsten.