Bedeutung von Residenz und Villa

Der Begriff „Residenz“ stammt vom lateinischen Wort „residere“ ab und bedeutet „wohnen“, „niederlassen“ oder „sich setzen“. Als Residenz wird der feste Wohnsitz eines weltlichen oder kirchlichen Fürsten bezeichnet. Auch sonstige Adlige bewohnten eine Residenz. Eine Residenz sollte jedoch nicht mit einer Pfalz verwechselt werden, die im Mittelalter dem herum reisenden König als Wohnsitz diente. Auch der repräsentative Wohnsitz eines Botschafters, der sein Land im Ausland vertrat, und seiner Familie, wurde Residenz genannt.

Heutzutage gilt das Wort Residenz im übertragenen Sinne wohl nur noch für Wohnsitze für gehobene Ansprüche. Wohlhabende Beamte und Unternehmer lassen sich in Residenzen nieder. Ableitungen wie Seniorenresidenz sind im heutigen Sprachgebrauch ebenfalls alltäglich. Wird von einer Seniorenresidenz gesprochen, ist im Allgemeinen eine hotelähnliche Wohnanlage für etwas betuchtere Senioren gemeint. Eine Seniorenresidenz ist demnach einfach nur ein Seniorenheim, in dem wohlhabende Senioren leben.

Eine Villa ist jedoch nicht mit einer Residenz gleichzusetzen. Villen dienten keinesfalls dem Adel oder gar der Regierung als Wohnsitz. Vielmehr waren sie ausladende Bauten für gehobene Bürger. Villen boten im 19. Jahrhundert nicht nur ausreichend Platz für große Familien und deren Personal. Sie hatten auch den höchsten Status als Wohnraum inne. Als ein solches Statussymbol schossen in diesem Jahrhundert die Villen in den Großstädten nur so aus dem Boden. Genug Platz boten die Städte schon lange nicht mehr und so wurden ganze Vororte errichtet, in denen nur Villen zu finden waren.

Diese Art der Villa stimmte jedoch keinesfalls mehr mit der ursprünglichen Bedeutung der Villa überein, denn eigentlich steht der Begriff „Villa“ für ein vornehmes Haus auf dem Lande, das meist freistehend errichtet war und mit einer großen Gartenfläche ergänzt wurde. Anders als Bauernhöfe diente die Villa keinem landwirtschaftlichen Zweck. Dies war eher selten der Fall. Eher wurden die ländlichen Villen als Zweitwohnsitz für den städtischen Adel errichtet.

Im 20. Jahrhundert jedoch wurde der Bau von Villen fast gänzlich eingestellt. Der erste Weltkrieg ließ nun kaum noch solch prunkvolle Bauten zu. Eher wurde die Bauweise an die vorherrschenden Umstände angepasst. Durch die wirtschaftliche Lage wurden eher kleinere Bürgerhäuser gebaut und der repräsentative Baustil wurde durch die neue politische Lage verdrängt. Heutzutage rücken die Villen jedoch wieder in den Vordergrund. Historische Villen werden wieder entdeckt und erleben eine neue Blüte durch Restauration und Renovierung.

Im heutigen Sprachgebrauch ist es üblich, größere und prunkvolle Ein- und Mehrfamilienhäuser, egal ob in der Stadt oder auf dem Lande, als Residenz oder Villa zu bezeichnen. Denn auch noch heute wird ein solches Bauwerk immer noch mit Wohlhaben und Ansehen verbunden.