Immobilien in Berlin

Berlin sieht sich selbst gern als Metropole, und in den letzten Jahren sind einige Entwicklungen zu verzeichnen, die dies bestätigen dürften. Andere Faktoren jedoch wirken ganz und gar nicht weltstädtisch. Die – in Deutschland im Vergleich zu Europa ohnehin eher niedrigen, teilweise gar rückläufigen – Immobilienpreise gehören dazu.Immobilien (auch: Liegenschaften), das sind ein oder mehrere Gebäude sowie das Grundstück, auf dem sie sich befinden.

Immobilien lassen sich nach ihrer Nutzung unterscheiden: Land- oder forstwirtschaftlich, (zukünftiges) Bauland, (vermieteter/unvermieteter/anderweitig genutzter) Bau, Leerstand. Wertsteigernd ist eine gute Infrastruktur oder ein Mangel an vergleichbaren Immobilien auf dem lokalen Markt, wertmindernd sind beispielsweise Altlasten auf dem Gelände oder lärm- oder andere ständige Beeinträchtigungen.

Immobilienwerte werden über das Sachwert-, das Ertragswert- oder das Vergleichswertverfahren ermittellt.Nach dem weitgehenden Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin rechneten weite Kreise aus der Immobilienbranche damit, dass die Grundstücks- und Immobilienpreise deutlich ansteigen würden. Dies ist mehrfach propagiert worden, bislang blieb ein deutlicher Kostenanstieg für den Erwerb oder die Anmietung von Immobilien jedoch aus.So stehen Bürogebäude in weniger günstigen Lagen der Stadt oft mehrere Jahre lang leer und müssen schließlich wieder abgerissen werden.Doch auch das Anmieten von Wohnraum ist nur mäßig teuer: So zahlt man für eine neu erbaute 70-Quadratmeter-Wohnung nettokalt in Berlin (Ost) etwa 5,80 Euro, im Westteil der Stadt 6,20 Euro. München oder Bad Homburg hingegen kommen auf 10 Euro, Düsseldorf oder Köln auf 9. Berlin liegt damit preislich auf dem Niveau von Neubrandenburg oder Hannover.

(Die Energiepreise in der Hauptstadt sind allerdings recht hoch.)Allerdings scheint jetzt eine Wende im Berliner Immobilienmarkt einzutreten. Die Preise beginnen anzuziehen, nicht zuletzt weil inzwischen ausländische (Klein-) Investoren begonnen haben, in Berlin Wohnungen, aber auch Büroflächen zu erwerben. Auffälligstes Beispiel ist die Beobachtung, dass dänische Interessenten seit einiger Zeit einen hohen Anteil der Immobilienkäufer darstellen. Dies resultiert aus der Tatsache, dass Wohnraum in Kopenhagen etwa dreimal teurer ist als in der deutschen Hauptstadt (und diese ist für viele Dänen nach der Wende auch wieder als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum ins Blickfeld gerückt).

Noch sind Brachen in besten Lagen zu erschließen: Gerade das Areal um den neuen Hauptbahnhof ist Ziel intensiver stadtplanerischer Vorgänge. So rechnen Maklerkreise damit, dass in kurzer Zeit um den bislang eher abseits liegenden Humboldthafen ein exklusives Geschäfts- und Wohnviertel ähnlich der Hamburger Binnenalster entsteht.

Auch der geplante Großflughafen im Südosten der Stadt wird Einfluss auf die Immobiliensituation Berlins haben: Stadtbezirke, die bislang in den Einflugschneisen von Tegel und Tempelhof liegen, rechnen mit einer Zunahme ihrer Attraktivität, und um Schönefeld herum wird mit einer stark erhöhten Nachfrage nach Gewerbeflächen und -räumen gerechnet.

Das Angebot umfasst durchaus hochwertige Immobilien in ausgezeichneten Lagen der Stadt.Wenn Berlin es schafft, sein – zu Recht erworbenes – Image einer innerstädtischen Dauerbaustelle abzulegen und zugleich etwas von der allseits bekannten Ruppigkeit gegenüber Investitionswilligen und Unternehmern abzustreifen, dürfte sich der Immobilienmarkt mit der Zeit dem Niveau der westdeutschen Großstädte annähern. Von einer "Immobilienblase" wie in den USA ist die Stadt jedoch noch weit entfernt.