Gewerbe-Immobilien

Zu Gewerbe Immobilien können die unterschiedlichsten Gebäude und Anlagen, aber auch nur Etagen oder Räume in ansonsten anderweitig genutzten Gebäuden gerechnet werden. Ihre Struktur wie auch ihr Äußeres richten sich günstigstenfalls exakt nach der Funktion, die sie zu erfüllen haben. Dies sind nicht nur Fragen wie Tragfähigkeit oder Lagergröße, hier spielen zahlreiche Faktoren eine bedeutende Rolle:
Die Gewerbe Immobilie muss ihrem Zweck entsprechen. Ein Uhrmacher, der auf Laufkundschaft setzt, ist mit einem Raum in einem Gewerbepark schlecht beraten. Ein Chemielabor sollte vielleicht nicht gerade zwischen einem Kindergarten und einer Tankstelle angesiedelt sein und ein Reiterhof steht üblicherweise nicht zwischen Autohäusern.

Diese Anforderungen lassen sich ordnen:
Welche baulichen Voraussetzungen muss die Immobilie erfüllen? Wird etwas produziert, sind diese Produkte besonders schwer oder kostbar oder einer Gefahrenklasse zuzuordnen? Ist die Herstellung laut (Lärmschutz) oder potenziell gefährlich (Gifte, Sprengstoffe)? Benötigt man Platz für ein Lager? Hier sind die lokalen Vorgaben strikt zu beachten, um nicht schlimmstenfalls einen erst passend scheinenden Immobilienstandort nachträglich und mit hohem Kostenaufwand aufgeben zu müssen.
Wer ist am Immobilienstandort dauernd oder zeitweise tätig, wer soll oder muss ihn aufsuchen? Wie gehen Zu- und Auslieferung vonstatten (Straße, Schiene, Wasserweg)? Wo steht der Fuhrpark des Unternehmens? Zu diesem Punkt gehört zudem die Überlegung, ob beispielsweise neben einer Produktionsstätte gesonderte Büros (und Nebenräume wie Toiletten, Duschen, Aufenthaltsräume) benötigt werden, ob es Kundenbetrieb geben soll – und wie die Transporte ablaufen können.
Für Ortschaften gilt: Steht ausreichend Parkplatz zur Verfügung (müssen Kunden Parkgebühren entrichten), könnten Anwohner durch den Zuliefer- oder Kundenverkehr gestört werden? Gibt es örlich festgelegte, verbindliche Ruhezeiten (Nachtruhe, Mittagspause, Wochenende)?

Für Gewerbegebiete außerhalb von Ortschaften: Findet die Kundschaft zur Firma? Sind die Zufahrten frei? Sind Ausschilderungen möglich? Können die Mitarbeiter öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um ihre Arbeitsstätte zu erreichen? Selbstverständlich gilt es, lokale Besonderheiten zu berücksichtigen (nahe Naturschutzgebiete, Wohngebiete mit strengen Lärmschutzvorschriften).

Doch Gewerbe Immobilien sind mehr als die bloße Hülle um eine Firma oder ein Büro. Die Mitarbeiter sollen sich dort sicher und im Idealfall wohlfühlen können; hierzu gehören neben adäquaten Arbeitsstätten (Größe, Ausstattung, Sicherheit, Sauberkeit) ansprechende Aufenthaltsräume, eine Kantine oder die Möglichkeit, wenigstens einen mitgebrachten Imbiss zu sich zu nehmen, eventuell Grünflächen für die Pausen. Wer hohe Ansprüche an seine Mitarbeiter stellt, sollte nicht am falschen Platz, sprich: schon bei der Gewerbe Immobilie sparen.

Bei Kundenbetrieb ist zudem das Äußere der Immobilie wichtig. Ein Corporate Design schließt auch das Gebäude ein, von dem aus das Unternehmen betrieben wird. Dies bedeutet nicht, dass sämtliche Gebäude normiert oder stromlinienförmig gestaltet werden müssen, eine ältere Immobilie kann genauso funktional und reizvoll sein wie ein Neubau. Hier kommt es natürlich auf das Gewerbe an und den Zweck, den die Immbobilie erfüllen soll. Im Zweifelsfall lohnt es sich jedoch, sich mit einem Architekten, einem Industriedesigner oder einer Werbe- oder Beratungsagentur zu verständigen, was getan werden kann, um aus einer neutralen Immobilie einen ansprechenden, einladenden und respektablen Firmensitz zu machen und diesen als solchen zu kennzeichnen (durch Lichtreklame am Gebäude, eine dem Corporate Design entsprechende Farbgestaltung und/oder Beleuchtung etc.).

Gewerbe Immobilien, ihr Kauf oder ihre Miete sowie ihr Unterhalt (Energie, Versorgungs- und Heizungsanlagen, Dämmung etc.) sowie ihre Versicherung stellen erhebliche Posten in einer Bilanz dar. Da die lokalen Unterschiede gewaltig sein können, müssen sie – wie auch Lohnkosten – vorher gründlich (am besten von einem vereidigten Buchprüfer, einem Wirtschaftsprüfer oder einem spezialisierten Berater sowie der Hausbank des Unternehmens bzw. des Gewerbetreibenden) durchgerechnet werden, um nicht spätestens bei der nächsten Steuererklärung in den negativen Bereich zu geraten.