Bauhelferunfallversicherung

Viele Menschen träumen von einem eigenen Heim. Die Verwirklichung dieses Traumes bedeutet jedoch für die meisten eine große finanzielle Herauforderung. Durch Eigenleistung können die Kosten für den Bau des Hauses reduziert werden. In vielen Fällen wird die Eigenleistung nicht nur in eigner Regie sondern mit Hilfe von Freunden, Verwandten und Nachbarn erbracht. Doch was ist, wenn sich ein Bauhelfer bei diesen Arbeiten verletzt oder gar schlimmeres passiert? Laut Statistik passieren beim Bau mehr Unfälle durch ungelernte Arbeitskräfte. Der Bauherr trägt allein die Verantwortung für diese Risiken und sollte sich dessen auch bewusst sein.

Der erste Schritt ist, und dazu ist er auch gesetzlich verpflichtet, die Anmeldung der Bauhelfer bei der zuständigen Bauberufsgenossenschaft, unabhängig ob sie unentgeltlich oder gegen Bezahlung für ihn arbeiten.

Die Bauhelfer sind dann zwar bei der Bauberufsgenossenschaft gegen die wirtschaftlichen Folgen eines Unfalls abgesichert aber die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung reichen in den meisten Fällen nicht aus. Um den Versicherungsschutz zu erweitern sollte der Bauherr eine Bauhelferunfallversicherung abschließen.

Diesen Versicherungsschutz kann der Bauherr persönlich oder online bei einer Versicherungsgesellschaft beantragen. Bei einer Antragstellung über das Internet wird ihm die Police zugeschickt und eine Kündigungsfrist von 14 Tagen eingeräumt. Von den Versicherungsgesellschaften werden Policen mit und ohne Namensangabe der Bauhelfer angeboten, wobei letzterer Tarif kostengünstiger ist und eine größere Flexibilität bei der Absicherung darstellt.

Eine Altersbegrenzung gibt es in der Regel nicht. Bei der namentlichen Nennung der Bauhelfer ist die Versicherungssumme für jeden Einzelnen festgelegt. Bei der zahlenmäßigen Angabe der Bauhelfer gilt die vereinbarte Versicherungssumme für alle Bauhelfer. Im Leistungsfall wird der jeweilige Anteil aus der vereinbarten Versicherungssumme ins Verhältnis zur Anzahl der gemeldeten Bauhelfer errechnet .Die Versicherungsgesellschaften bieten auch verschiedene Varianten beim Leistungsumfangs an.

Auch hier liegt die Entscheidung allein beim Bauherrn. Je höher der Einmalbetrag, desto größer der Leistungsumfang. Die Leistungen umfassen bis zu einer bestimmten Höchstgrenze die finanzielle Absicherung bei Invalidität und Tod, die Übernahme der Bergungs- und Kurkosten sowie Krankenhaustagegeld. Bei Invalidität kann zwischen der Auszahlung eines Einmalbetrages und einer monatlichen Rentenzahlung gewählt werden.

Der Versicherungsschutz tritt mit dem im Vertrag angegebenen Datum in Kraft. Er beginnt mit dem Betreten der Baustelle, während der gesamten Arbeitszeit, und endet mit dem Verlassen der Baustelle. Unfälle auf der Hinfahrt zur Baustelle und bei der Rückfahrt sind nicht abgesichert. Die Bauhelferunfallversicherung wird für ein Jahr abgeschlossen und muss neben der Angabe der Bauhelfer auch den Standort der Baustelle beinhalten. Der Vertrag verlängert sich nicht automatisch. Sollten die Baumaßnahmen noch nicht beendet und weiterhin Bauhelfer tätig sein, muss der Vertrag verlängert werden. Bei vorzeitigem Bauende wird der zuviel gezahlte Beitrag zurückerstattet.

Zu beachten ist, dass in der Regel weder der Bauherr noch dessen Ehefrau bei einer Bauhelferunfallversicherung mit versichert sind. Werden Eigenleistungen beim Hausbau erbracht sollten sie während dieser Zeit eine private Unfallversicherung abschließen.
Fazit, jeder Bauherr sollte zur zusätzlichen Absicherung seiner Bauhelfer gegen Unfälle und deren finanzielle Folgen eine Bauhelferunfallversicherung abschließen, damit der Traum vom Eigenheim nicht zu einem Alptraum wird.