Die Restschuldversicherung 

Der Traum von den eigenen vier Wänden ist, in seiner Verwirklichung, in aller Regel eines der teuersten Vorhaben, das ein Mensch privat plant und durchführt. Die meisten Immobilienkredite werden über sechsstellige Summen abgeschlossen, eine Kredithöhe, die dazu führt, dass die Laufzeiten solcher Kredit meist viele Jahre, oft Jahrzehnte betragen.

In den vielen Jahren, die ein solcher Kredit läuft, kann aber sehr viel passieren, unvorhersehbare Ereignisse können die Rückzahlung eines Kredites gefährden oder sogar unmöglich machen.

Zwar gilt dieser Ablauf in kleinerem Maßstab auch für Privatdarlehen, hier ist die Gefahr, die von der Nichteinlösung eines Kredites ausgeht, aber etwas kleiner also bei einer Immobilienfinanzierung.

Um nun zu gewährleisten, dass kein unvorhersehbares Ereignis die pünktliche Rückzahlung eines Kredites gefährdet, wird in vielen Fällen eine Restschuldversicherung abgeschlossen.
Die Restschuldversicherung wird in den meisten Fällen direkt mit dem Kreditvertrag zusammen abgeschlossen und ist nicht selten sogar eine Voraussetzung für die Annahme des Darlehensantrages.

Eine Restschuldversicherung deckt in aller Regel verschiedene Risiken, z.B. Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder auch den Tod eines der Darlehensnehmer.
Wenn z.B. der Arbeitsplatz ohne Verschulden des Arbeitnehmers wegfällt, zum Beispiel aufgrund betriebsbedingter Kündigungen, dann greift die Restschuldversicherung und zahlt die Raten, bis der Vertragsinhaber wieder einen Job gefunden hat. Aber Achtung: Bei einigen Restschuldversicherungen ist die maximale Laufzeit einer solchen Zahlungsaussetzung vertraglich geregelt. In einem solchen Fall hört die Zahlung nach einer gewissen Anzahl an Monaten auf und der Vertragsinhaber muss wieder zahlen, egal ob er schon einen Arbeitsplatz gefunden hat oder nicht.

Besonders wichtig ist auch das Thema Berufsunfähigkeit. Viele Menschen machen sich leider viel zu wenig Gedanken über dieses Thema, das, gerade in der heutigen Zeit, einfach enorm wichtig ist. Seit der Abschaffung der staatlichen Berufsunfähigkeitsrente, hat sich die staatliche Absicherung im Falle der Arbeitsunfähigkeit enorm verringert.
Die maximalen Summe, die ein Mensch aus der aktuellen "Erwerbsminderungsrente" bekommen kann, liegt, je nach genauem Status der Person, bei etwa 38% des letzten Nettoeinkommens. Viele Menschen können von dieser Summe kaum selber leben - wie soll man da noch einen Kredit bezahlen?

Auch in diesem Fall greift die Restschuldversicherung und übernimmt die Zahlungen. Sollte die jeweilige Person nicht wieder arbeiten können, wird die Zahlung notfalls auch bis zum Ende der Vertragslaufzeit fortgesetzt. Oftmals haben die Banken mit der Versicherung aber auch ein Abkommen, dass die Zahlung in einer Summe erfolgt und der Kredit damit abbezahlt ist - teure Zinsen fallen so nicht an.

Der Todesfall eines der Kreditnehmer ist in den meisten Restschuldversicherungen ebenfalls integriert - praktisch als Risikolebensversicherung. Auch diese Absicherung macht natürlich durchaus Sinn, kann es doch immer passieren, dass eine Person plötzlich verstirbt und der Ehepartner mit den Schulden zurückbleibt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Abschluss einer Restschuldversicherung keine Methode der Bank darstellt, den Kreditnehmer noch weiter auszunehmen, sondern vielmehr eine notwendige Absicherung gegen diverse Risiken des Alltags ist.