Schweizer Immobilienmarkt kühlt sich allmählich wieder ab

Berlin 20.09.2013.

Einer Studie der ETH Zürich zufolge, beruhigt sich der Immobilienmarkt in der Schweiz langsam aber sicher wieder. Demnach sind zahlreiche Anzeichen, die auf eine Immobilienblase hinweisen, im Vergleich zum Vorjahr gesunken. „Es bestehe kein Grund mehr  zur Sorge, die heißen  Regionen am Schweizer Immobilienmarkt kühlen sich kontinuierlich wieder ab“ betont Didier Sornette von  der ETH Zürich. In 11 Kantonen sind Indikatoren, die vor einem halben Jahr noch auf eine Immobilienblase deuteten, derzeit nicht mehr ersichtlich.

Die Forscher stützen sich in ihren Analysen auf Angebotspreise von über einer Million Häusern und Wohnungen, die seit 2005 auf comparis.ch ausgeschrieben wurden.

Das Modell von ETH-Professor Didier Sornette beruht nicht auf den absoluten Preisen, sondern auf der Preisdynamik und im Besonderen auf einem Preisanstieg, der tendenziell eher schnell als exponentiell verläuft. Und ein solcher sei derzeit weder in Zürich noch in Genf nicht zu beobachten.  Dennoch sind in vielen Regionen in der gesamten Schweiz, starke Preissteigerungen festzustellen, ohne dass man direkt von  einer Immobilienblase ausgeht. Spitzenwerte erreicht der Bezirk Entremont im Wallis, wo der Medianpreis pro Quadratmeter für Wohnungen seit 2007 sogar um bis zu 130 Prozent gestiegen ist. In den übrigen aufgelisteten Bezirken beträgt der Anstieg bis zu 69 Prozent. Die meisten dieser heißen Regionen liegen am Zürichsee, am Zugersee oder am Genfersee.  An See-Regionen jedoch, sind Immobilien bis zu 69 Prozent teurer als an Orten, die nicht direkt an einem Gewässer liegen.

«An den Seen müssen Immobilienkäufer heute bis zu zwei Drittel mehr bezahlen als noch vor sechs Jahren», sagt Sornette. Doch wie schätzt der Schweizer Bürger diese Situation ein?

Eine von „Swiss Life“ veröffentlichte repräsentative Umfrage macht deutlich, dass etwa 60% der befragten Person, den derzeitigen Wohn- und Immobilienpreisen äußerst kritisch gegenübersteht. Knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer würde den Mieterstatus im Ruhestand aufgeben, wenn sich dazu eine passende Gelegenheit böte, um beispielsweise in eine Eigentumswohnung oder ins ­eigene Einfamilienhaus zu ziehen. In der Realität ist der Traum vom Eigenheim jedoch nicht immer problemlos umzusetzen.

Einige Schweizer Haushalte setzen sogar ihre Altersvorsorge aufs Spiel, um ein Eigenheim finanzieren zu können. Neueste Zahlen des Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern ergaben, dass die Mehrheit der Wohneigentümer in der Schweiz ihre Häuser und Eigentumswohnung mit Geldern aus der Altersvorsorge bezahlen. Des Weiteren geht aus der Umfrage hervor, dass unter den 8300 befragten Schweizer Wohneigentümern, 58% Gelder aus der Wohneigentumsförderung in Anspruch nehmen. Vorbezüge kommen demnach am häufigsten zum Einsatz.

Gelder aus der Altersvorsorge können hierbei nicht nur früher ausgezahlt werden, sondern auch noch für den Erwerb von Wohneigentum genutzt werden. Nicht selten verpfänden einige Eigentümer Teile ihrer Vorsorge. Solange die Hypothekarforderungen bedient werden, reduziert sich das Vorsorgeguthaben in solchen Fällen nicht. Die Banken rechnen verpfändete Gelder jedoch nicht als Eigenkapital an, sondern lediglich als Sicherheit.

Dennoch sind die Motive, die zum Kauf einer Eigentumswohnung in der Schweiz führen, nach wie vor sehr vielfältig. Sie führen oft zu einer Verbesserung der Wohnqualität, werden gern als Wertanlage genutzt, bieten Sicherheit in ungewissen Zeiten und Vorteile im Hinblick auf das Älterwerden.

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