Wenn beim Immobilienkauf auch jede Menge Emotionen im Spiel sind!?

Für die einen, die Investoren und professionellen Geldanleger, ist der Immobilienkauf eine völlig rationale Angelegenheit, die allein von harten Zahlen und Fakten, speziell von der Rendite, bestimmt wird. Jene, die ein Haus oder eine Wohnung zum Eigengebrauch suchen, vertrauen dagegen schon mal auf ihr Bauchgefühl und treffen ihre Entscheidung, weil sie sich schlichtweg in ein Objekt verliebt haben …

Nein, hier sei das Bauchgefühl nicht okay, das ist ein Satz, der in der Makler-Doku-Soap „mieten, kaufen, wohnen“ immer wieder gesagt wird. Tatsächlich scheint der Immobilienkauf also nicht allein von den Rahmenbedingungen, wie Lage, Rendite oder Energiepass bestimmt zu werden. Kein Wunder, schließlich wollen und müssen wir, nach einem Kauf, in diesen vier eigenen Wänden für einen längeren Zeitraum leben. Es muss also „stimmen“, und wir müssen uns wohlfühlen.

Tatsächlich bestätigt auch eine repräsentative Umfrage (http://presse.immowelt.de/pressemitteilungen/studien/artikel/artikel/aktuelle-studie-wunsch-nach-eigentum-ist-wichtigste-triebfeder-beim-wohnungskauf.html) des Fachportals immowelt.de, dass, beim Haus- und Wohnungskauf, auch jede Menge Emotionen im Spiel sind. Nein, hier gehe es eben nicht allein um Fakten oder die Rentabilität. Vielmehr werde ein Drittel aller Mieter aus emotionalen Erwägungen heraus zum Haus- oder Wohnungskauf getrieben. Vor allem Frauen würden sich wohl so etwas wie ein eigenes Nest wünschen:

Emotion schlägt Kalkül, titelt daher immowelt.de in einer Pressemitteilung: „Nichts motiviert so viele Menschen zum Haus- und Wohnungskauf wie der Wunsch, etwas Eigenes zu besitzen!“ Ob sich der Eigenheimkauf auch finanziell lohne, sei für viele der Befragten dagegen eher zweitrangig.

Dennoch würde – und das ist auch gut so -,  vor dem Kauf natürlich emsig gerechnet. Und so würden 27 Prozent der Befragten die Vorstellung, ihr Geld in etwas Eigenes zu investieren und nicht weiter einen Vermieter reich zu machen, als angenehmen Nebeneffekt empfinden. Wobei hier offensichtlich der Mann im Haus den Finanzminister gibt. Denn Männer wollen ihr Geld (gut) anlegen, während viele Frauen offenbar ein trautes Heim suchen.

Tatsächlich scheint die Wertbeständigkeit einer Immobilie, früher fast liebevoll „Beton-Gold“ genannt, gerade heute nicht ohne Charme. Denn: Jeder Vierte (26 Prozent) suche eine sichere Kapitalanlage, weiß immowelt.de von Kaufwünschen, die aus Angst vor Inflation, der Scheu vor Börsengeschäften oder aus Unzufriedenheit mit niedrigen Bankzinsen diktiert werden: „Weiteren 15 Prozent gefällt die Idee, dass man bei einer Investition ins Eigenheim unmittelbar vom angelegten Geld profitiert!“

Dennoch scheinen, so das Ergebnis der Studie, gerade Frauen vom Eigenheim zu träumen. Die hätten, laut immowelt.de, die ausgeprägtere Sehnsucht nach etwas Eigenem: „Männer machen ihre Überlegung in puncto Eigenheim dagegen stärker von den aktuellen finanzpolitischen Umständen und Alternativen zur Kapitalanlage abhängig!“

Dennoch sollte natürlich kein Kaufobjekt durch die sprichwörtliche rosarote Brille betrachtet werden. Ein großer Garten etwa, macht auch jede Menge Arbeit. Und die hohen Decken, die viele so lieben, werden, selbst bei einer guten Außendämmung, die Heizkosten natürlich „befeuern“. Und auch lichtdurchflutete Räume mit Mega-Fensterfronten haben ihre ganz eigenen Schattenseiten. Denn all das Glas, das hier verbaut wurde, will natürlich erst einmal geputzt sein. Und wo wir rausschauen können, können andere reingucken … Wer sehr emotional reagiert und häufig auf sein Bauchgefühl vertraut (was, per se, ja gar nicht verkehrt sein muss), tut also gut daran, eine zweite, eher rational agierende Person als Berater zur Besichtigung mitzubringen. Auch auf die Gefahr hin, dass das vielen Maklern (siehe „mieten, kaufen, wohnen“) ganz übel aufstößt!

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